Im Jahr 1932 entschied sich Richard Glässer, sich in Seiffen als selbstständiger Verleger niederzulassen. Zum damaligen Sortiment gehörten zunächst Genussmittel, bevor das Angebot ab 1934 um die ersten Seiffener Holzfiguren erweitert wurde.
Mit dem Beginn der eigenen Fertigung Ende der 1940er-Jahre entwickelte das Unternehmen schon bald seinen unverwechselbaren Stil. Während in den ersten Nachkriegsjahren vor allem Gebrauchsgegenstände wie Truhen, Federkästchen und Knöpfe hergestellt wurden, gewann der traditionelle Seiffener Weihnachtsschmuck zunehmend an Bedeutung und wurde zum Markenzeichen des Hauses Glässer.
Richard Glässer legte von Anfang an größten Wert auf hochwertige Verarbeitung, freundliche und ausdrucksstarke Figuren sowie ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wie für Seiffen typisch, basierten die Entwürfe auf kunstvoll gedrechselten Holzformen. Für Weihnachtspyramiden und Kerzenhalter entstanden Figuren aus der christlichen Weihnachtsgeschichte, aus Märchen und Kinderbüchern sowie Bergleute als Ausdruck der erzgebirgischen Bergbautradition.
Schon bald entwickelte sich die Manufaktur Richard Glässer zu einem der bedeutendsten Hersteller erzgebirgischer Weihnachtspyramiden. Weltweit bekannt wurden die charakteristischen blauen Pyramiden mit Himmelsbogen, die Adventshäuser sowie die sechs- und achteckigen Stufenpyramiden, die bis heute zu den Klassikern erzgebirgischer Holzkunst zählen.
Ergänzt wurde das Sortiment durch hochwertige Musikspieldosen. Zu den ältesten und schönsten Modellen zählt die naturholzbelassene Spieldose mit der Darstellung der Geburt Christi unter einem Krippendach, eingerahmt von zwei Palmen. Angetrieben von einem hochwertigen Schweizer Spielwerk drehen sich die Figuren zur Melodie von „Stille Nacht, heilige Nacht“ und schaffen eine unverwechselbare weihnachtliche Atmosphäre.
Bis heute verbindet die Manufaktur Richard Glässer traditionelle Handwerkskunst mit zeitloser Gestaltung und höchster Qualität – Werte, die das Unternehmen seit seiner Gründung prägen.